Tod durch Suizid

Tod durch Suizid

Schuldgefühle nach dem Suizid eines Geschwisters

Geschwister sind häufig noch weniger auf den Suizid vorbereitet als die Eltern, vor allem, wenn sie im Kindes- und Jugendalter sind. Trauernde Geschwister leiden oftmals unter Schuldgefühlen und fühlen sich (mit-) verantwortlich weil sie zum Beispiel glauben, dass sie den Suizid hätten verhindern können wenn sie sich anders gegenüber dem Bruder oder der Schwester verhalten hätten. Meist schätzen Familienmitglieder ihre eigene Verantwortung am Suizid eines Geschwisters als zu hoch ein. Dabei können die Gründe für den Suizid eines Kindes oder Jugendlichen sehr verschieden sein. Psychische Erkrankungen spielen eine wichtige Rolle, aber auch Probleme in der Familie, der Schule oder mit dem Freund oder der Freundin können Gründe für einen Suizid sein.

Katharina (24 Jahre):

Beispielfall: Katharina„Ich war die letzte, mit der er gesprochen hat“, erzählt Katharina (24). Sie war 21 als ihr Bruder Suizid beging. „Ich frage mich oft, warum ich nichts gemerkt habe“, sagt Katharina. „Ich hätte merken müssen, dass etwas nicht stimmt, ich hätte mehr für ihn da sein sollen!“

Über den Suizid sprechen – auch, wenn es schwer fällt

Die Verarbeitung der Trauer und Gefühle nach dem Suizid hängen stark davon ab, wie offen die Eltern, Geschwister und Freunde mit dem Suizid umgehen. Das ist oft schwierig, da im Umfeld mit Ablehnung und Distanz reagiert werden kann, so dass sich die Hinterbliebenen regelrecht an den Pranger gestellt fühlen. Trauernde Geschwister berichten häufig, dass sie über die eigene Trauer mit ihren Eltern kaum sprechen können. Manchmal werden ihnen Informationen aus Abschiedsbriefen oder über die genaueren Todesumstände nicht erzählt aus Angst, sie zu belasten. In der Familie wird dann gar nicht mehr offen geredet, was die Geschwister zusätzlich belastet.