Schwierigkeiten und Unterstützung im sozialen Umfeld

Schwierigkeiten und Unterstützung im sozialen Umfeld

Unterstützung aus dem Umfeld

Trauernde Eltern bekommen oft viel Unterstützung und Aufmerksamkeit aus dem sozialen Umfeld der Familie. Die lebenden Geschwister werden häufig weniger beachtet und unterstützt, wodurch bei ihnen das Gefühl entsteht, dass ihre Trauer und ihre Sorgen weniger wichtig sind als die ihrer Eltern.

Larissa (25 Jahre):

Beispielfall: Larissa„Mein Bruder ist gestorben als ich 12 Jahre alt war. Ich habe mich damals sehr einsam gefühlt. Mit meinen Eltern habe ich nicht viel über Stefan gesprochen und wenn ich geweint habe, haben meine Eltern auch immer angefangen zu weinen. Dann habe ich mich schuldig gefühlt. Sehr geholfen hat mir damals meine Klassenlehrerin. Sie hat mich immer wieder angesprochen und mir Fragen gestellt. Bei ihr konnte ich meine Sorgen und Ängste loswerden. Ich konnte auch vor ihr weinen und sie hat mich getröstet.“

Reden und Schweigen mit Freunden und Bekannten

Ein guter Kontakt zu Außenstehenden (Freunde, Nachbarn, Lehrer…), die als Gesprächspartner bereit stehen wird von trauernden Geschwistern als sehr hilfreich erlebt. Es tut gut, mit anderen über den verstorbenen Bruder oder die verstorbene Schwester sowie über die eigenen Ängste und Sorgen zu sprechen. Besonders dann, wenn die Eltern aufgrund ihrer eigenen Trauer nicht in der Lage sind, emotional für ihr lebendes Kind da zu sein, sind gute Außenkontakte wichtig.

Oft sprechen Geschwister in ihrem Freundeskreis aber kaum über ihren verstorbenen Bruder oder über ihre verstorbene Schwester. Der Freundeskreis kann auch als Rückzugsort erlebt werden, an dem man an etwas anderes denken kann und auch fröhlich sein darf.

Jana (19 Jahre):

Beispielfall: Jana„Nachdem mein Bruder gestorben war, bin ich viel raus gegangen und habe mich mit Freunden getroffen. Es hat mir damals gut getan, mich mit Menschen zu treffen, die nicht trauerten und über ganz normale Dinge mit ihnen zu sprechen.“